Google Drive verlassen: 7 europäische Alternativen im Test (2026)
Sieben EU-Cloud-Speicher als Google-Drive-Ersatz geprüft: Workspace-Umzug, Fotos, echte Preise. Ab 0€, bezahlt ab 4€/Monat. Stand Juni 2026.
Zero-Knowledge ab Werk, Foto-Backup, Mail und Kalender am selben Konto
Proton Drive testen →15 GB kostenlos ohne Telefonnummer, Office-Bearbeitung in Echtzeit
kDrive testen →399€ einmalig für 2 TB statt Google-Abo, Verschlüsselung als Add-on
pCloud Lifetime prüfen →Wer in Deutschland beruflich mit personenbezogenen Daten arbeitet und Google Drive nutzt, hat seit Schrems II ein Dokumentationsproblem. Die Standardvertragsklauseln allein reichen nicht. Die Aufsichtsbehörden verlangen zusätzliche Schutzmaßnahmen, und die Beweislast dafür liegt beim Verantwortlichen, also bei dir. Wohin das führen kann, hat Dänemark 2022 gezeigt, als die dortige Datenschutzbehörde Google Workspace aus den Schulen von Helsingør verbannte. Die deutsche Datenschutzkonferenz kam bei Microsoft 365 zu einem ähnlich vernichtenden Urteil, und ihre Begründung passt eins zu eins auf Googles Dienste.
Privat ist die Lage bequemer. Besser ist sie nicht. Google Drive hängt an Gmail, an Google Fotos, am Kalender und am Android-Backup, weshalb der Ausstieg kein Dateiumzug ist, sondern ein Wechsel des kompletten Ökosystems.
Preise und Funktionen habe ich am 28.05.2026 geprüft. Die Google-Meldung und das aktualisierte Ranking kamen am 11.06.2026 dazu.
Google kürzt den Gratis-Speicher
Seit Mai 2026 testet Google für neue Konten in ausgewählten Regionen eine 5-GB-Grenze. Die vollen 15 GB gibt es dort erst, wenn eine Telefonnummer hinterlegt wird (9to5Google, PCWorld). Schon im März hatte Google die Support-Seiten still umformuliert. Aus “15 GB kostenlos” wurde “bis zu 15 GB”.
Bestandskonten behalten ihre 15 GB, niemandem werden Dateien gelöscht. Wer aber gerade überlegt, ein datensparsames Zweitkonto anzulegen, sollte wissen, dass Google dafür künftig womöglich eine Telefonnummer sehen will.
Die Rangliste
| Rang | Dienst | Land | Gratis | Bezahlt ab | Stärke |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Schweiz | 5 GB | 4€/Monat | Testsieger, privat ab Werk | |
| 2 | Schweiz | 15 GB | 5€/Monat | Workspace-Ersatz komplett | |
| 3 | Schweiz | 10 GB | 50€/Jahr oder 399€ einmalig | Lifetime-Preis | |
| 4 | Deutschland | Selbst hosten | ab 4€/Monat gehostet | Volle Kontrolle | |
| 5 | Norwegen | 5 GB | 13€/Monat | Unbegrenzte Fotos | |
| 6 | Spanien | 10 GB | 4€/Monat | Günstigstes E2EE | |
| 7 | Schweiz | – | 10€/Nutzer/Monat | Compliance fürs Business |
Sicherheit: wer deine Dateien lesen kann
Für deutsche Leser die wichtigste Tabelle, deshalb steht sie hier oben und nicht im Anhang.
| Zero-Knowledge ab Werk | Ja | Nein | Nein (Crypto-Add-on 125€) | Optional | Nein | Ja | Ja |
| Datenstandort | Schweiz | Schweiz | Luxemburg oder USA (Wahl bei Anmeldung) | wo du hostest | Norwegen | Spanien/EU | Irland, CH wählbar |
| CLOUD-Act-Risiko | Niedrig | Niedrig | Mittel bis hoch | Niedrig bei EU-Hosting | Niedrig | Niedrig | Niedrig |
| AV-Vertrag (Art. 28 DSGVO) | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Open Source + Audit | Ja | Nein | Nein | Ja | Nein | Ja | Nein (SOC 2) |
Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. pCloud lässt dich bei der Anmeldung zwischen Luxemburg und Dallas wählen, und außerhalb des kostenpflichtigen Crypto-Ordners hält pCloud die Schlüssel selbst. US-Region plus Anbieterschlüssel ist genau die Kombination, an die US-Behörden per CLOUD Act herankommen. Wer pCloud nimmt, wählt also die EU-Region und rechnet das Crypto-Add-on ein. Bei Nextcloud hängt alles vom Hosting ab, denn ein Hetzner-Server in Falkenstein ist juristisch eine andere Antwort als eine AWS-Instanz. Die ausführliche, mit Quellen belegte Bewertung pro Anbieter steht in unserem EU Software Sovereignty Index.
Proton Drive: niemand liest mit, auch Proton nicht
Seit Juni 2026 steht Proton Drive bei mir auf Platz eins, und die Begründung gehört in den Artikel. Auf dem Funktionszettel liegt kDrive näher an Google. Nur verlassen die wenigsten Leute Google wegen einer fehlenden Funktion. Sie gehen, weil sie dem Konzern nicht mehr vertrauen, und Proton ist der einzige große Anbieter in dieser Liste, bei dem Vertrauen schlicht keine Rolle mehr spielt. Jede Datei wird auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie die Schweiz erreicht. Proton kann weder Inhalte noch Dateinamen lesen. Ein Gericht, das Herausgabe verlangt, bekommt Datensalat. Der Quellcode der Apps ist offen und unabhängig auditiert.
Der automatische Foto-Upload kam 2024 dazu und ersetzt Google Fotos für normale Bibliotheken ordentlich. Was fehlt, ist gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten in Echtzeit. Teilen, kommentieren, extern in OnlyOffice öffnen, das alles geht. Ein Team, das zusammen an einer Präsentation schreibt, merkt die Lücke trotzdem und sollte sich kDrive einen Abschnitt weiter unten ansehen. Solo-Nutzer merken nichts.
Preislich ist das Unlimited-Bundle der eigentliche Deal. Für 10€/Monat bekommst du 500 GB Drive plus Mail, Kalender, VPN und Pass auf demselben Schweizer Konto. Drive Plus allein kostet 4€/Monat für 200 GB.
kDrive: der komplette Workspace-Ersatz
kDrive ist der einzige Dienst auf dieser Liste, der Googles 15-GB-Gratis-Tarif spiegelt, gegen nichts als eine E-Mail-Adresse. Und für eine bestimmte Lesergruppe schlägt er meinen Testsieger. Wer das ganze Paket braucht, findet hier Office-Bearbeitung in Echtzeit im Browser, mit Cursorn und Kommentaren wie bei Google Docs, dazu Kalender, Kontakte und ein Mail-Postfach am selben Konto. Eine Familie oder ein kleines Team zieht damit einmal um und ist fertig.
Infomaniak betreibt eigene Rechenzentren in Genf und Winterthur mit Wasserkraft und veröffentlicht als einziger Anbieter hier eine CO₂-Bilanz pro Gigabyte. Falls deine Organisation einen Nachhaltigkeitsbericht schreiben muss, spart das eine Fußnote.
Warum trotzdem Platz zwei? Die Schlüssel hält Infomaniak. Das ist dasselbe Vertrauensmodell wie bei Google, nur nach Schweizer Recht, und damit eine andere Liga als Protons kryptografische Garantie. Für Alltagsdokumente völlig in Ordnung. Für Mandanten-Akten oder Patientendaten nicht. 2 TB kosten 5€/Monat, Business ab 6€ pro Nutzer.
pCloud: einmal zahlen, mit zwei Sternchen
Das Lifetime-Modell rechnet sich brutal einfach. 399€ einmalig für 2 TB, gegen 99,99€ pro Jahr bei Google One. Nach vier Jahren bist du im Plus, ab Jahr fünf zahlt Google-Bleiben drauf. Der virtuelle Laufwerks-Client ist außerdem der beste Desktop-Ersatz in diesem Vergleich. Dateien erscheinen im Explorer oder Finder, streamen bei Zugriff und belegen lokal nur Cache.
Die zwei Sternchen aus der Sicherheitstabelle. Erstens: Wähle bei der Anmeldung die EU-Region Luxemburg, nicht Dallas. Zweitens: Plane die 125€ für das Crypto-Add-on ein, sobald irgendetwas in deinem Archiv ein Steuerbescheid, ein Arbeitszeugnis oder eine Patientenakte ist. Ohne Add-on hält pCloud die Schlüssel. Kalender, Kontakte und Office-Bearbeitung gibt es nicht, pCloud ist ein reines Speicherprodukt.
pCloud Preise prüfen →Nextcloud: deutsche Gründlichkeit, eigener Server
Nextcloud ersetzt nicht Google Drive, sondern Google Workspace komplett. Speicher, Kalender, Kontakte, Videokonferenzen, Office über OnlyOffice oder Collabora, Fotogalerie, Formulare. Die Bundesverwaltung setzt darauf, die französische Gendarmerie auch, und Schleswig-Holstein baut seine gesamte Verwaltungs-IT in diese Richtung um.
Der Haken steht im Namen des Konzepts. Selbst hosten heißt, jemand muss den Server pflegen. Privat reicht ein VPS bei Hetzner oder Netcup für rund 5€/Monat plus zwei Stunden Einrichtung und gelegentliche Updates. Teams nehmen Managed Hosting ab etwa 4€ pro Nutzer und lassen den Hoster den Betrieb übernehmen. Wer null Lust auf Administration hat, scrollt zurück zu kDrive. Wer Kontrolle will, bekommt sie hier vollständig, inklusive der Gewissheit, dass kein Anbieter zwischen dir und deinen Dateien steht.
Die übrigen drei
Jottacloud beantwortet eine einzige Frage richtig gut, nämlich wohin mit 300 GB Familienfotos. Der Unlimited-Tarif für 13€/Monat kennt kein Speicherlimit, der Auto-Upload läuft zuverlässig, Gesichtsgruppierung funktioniert. Norwegisches Rechenzentrum bei Stavanger, Wasserkraft. Kein Linux-Client, keine Echtzeit-Bearbeitung, und seit 2025 gehört die Firma zur Hälfte Telenor. Für Foto-Archive erste Wahl, für Dokumente eine Generation hinter kDrive.
Internxt aus Valencia liefert das günstigste Zero-Knowledge-Paket. 2 TB Ende-zu-Ende-verschlüsselt für 4€/Monat, Code offen, 2024 und 2025 von Securitum auditiert. Dafür fehlen virtueller Drive, Gesichtserkennung und Office-Integration. Backup und Archiv ja, Workspace-Ersatz nein.
Tresorit gehört mehrheitlich der Schweizerischen Post und ist ein reines Business-Produkt. 10 bis 15€ pro Nutzer und Monat, dafür SOC 2 Type II, ISO 27001 und ein Admin-Panel, das die Fragen deines Datenschutzbeauftragten beantwortet, bevor er sie stellt. Für Privatleute zu teuer. Für eine Kanzlei oder Arztpraxis, die von Workspace Business kommt, ein direkter und sauberer Tausch.
Preise
| Tarif | Proton Drive | kDrive | pCloud | Jottacloud | Internxt |
|---|---|---|---|---|---|
| Gratis | 5 GB | 15 GB | 10 GB | 5 GB | 10 GB |
| 2 TB | 10€/Monat | 5€/Monat | 99€/Jahr oder 399€ einmalig | 13€/Monat (unbegrenzt) | 4€/Monat |
| Familie | 23€/Monat (6 Nutzer) | im 2-TB-Tarif | 299€/Jahr (geteilt) | 13€/Monat unbegrenzt | 10€/Monat (10 TB) |
Zum Vergleich: Google One kostet für 2 TB 99,99€ im Jahr. Nextcloud und Tresorit fehlen in der Tabelle bewusst, ihre Kosten hängen vom Hosting beziehungsweise von der Teamgröße ab.
Der Umzug in der Praxis
Erst Google Takeout laufen lassen, mit Drive, Fotos, Kalender und Kontakten als getrennten .zip-Exporten. Für 100 GB plane etwa sechs Stunden Wartezeit ein. Beim Export das Format wählen, .docx für Docs und .xlsx für Tabellen, denn die nativen .gdoc-Dateien sind außerhalb von Google wertlos.
Dann beim neuen Anbieter über den Desktop-Client hochladen, nicht über den Browser. Eine Stichprobe von 30 Dateien quer durch alle Typen öffnen und die Formatierung prüfen. Danach beide Konten zwei Wochen parallel laufen lassen, weil geteilte Workspace-Links nach der Kündigung 403-Fehler liefern. Alte Freigaben inventarisieren, beim neuen Anbieter neu erzeugen, überall ersetzen, wo sie kursieren. Erst dann kündigen. Kalender und Kontakte sind der einfachste Teil, .ics und .vcf importiert jeder Anbieter hier in Minuten.
Was ich selbst nutze
Ich bin Anfang 2024 bei Google Drive raus. Geblieben ist eine Dreierlösung. kDrive für Alltagsdokumente und die Familienfotos, Proton Drive für alles, was Zero-Knowledge verdient, und eine kleine Nextcloud auf einem Hetzner-Server für Projektdateien, die ich vollständig unter eigener Kontrolle haben will.
Müsste ich auf ein einziges Konto reduzieren, wäre es Proton Drive. Das ist das Konto, das ich behalten würde, wenn die anderen beiden morgen gekündigt werden müssten. Mit einem ganzen Haushalt voller Geräte wäre die Antwort kDrive. Wovon ich abrate: aus Bequemlichkeit bei Google bleiben, weil die Daten nun mal da liegen. Der Umzug hat mich damals ein Wochenende gekostet. Die jährliche Datenschutz-Folgenabschätzung, die ich mir seitdem spare, hätte länger gedauert.
FAQ
Ist Google Drive DSGVO-konform nutzbar?
Umstritten, und die Beweislast liegt bei dir. Dänemarks Datenschutzbehörde verbannte Google Workspace 2022 aus Helsingørs Schulen, die deutsche Datenschutzkonferenz hält vergleichbare US-Dienste für nicht rechtssicher einsetzbar. Ein EU-Anbieter erspart die gesamte Transfer-Folgenabschätzung.
Was ersetzt Google Docs und Tabellen am besten?
Infomaniak Office, OnlyOffice oder Collabora Online, alle drei mit Echtzeit-Zusammenarbeit. Vorher .gdoc zu .docx exportieren.
Welcher Anbieter ersetzt Google Fotos für eine Familie?
Jottacloud Unlimited für große Archive, kDrive für Auto-Upload mit Gesichtsgruppierung, Proton Drive wenn die Fotos verschlüsselt liegen sollen.
Bekomme ich bei einem EU-Anbieter 15 GB kostenlos wie bei Google?
Nur bei kDrive, ohne Telefonnummer. Googles eigenes Versprechen gilt derweil nur noch “bis zu”: Neue Konten in Testregionen starten seit Mai 2026 mit 5 GB.
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Preise geprüft am 28.05.2026. Google-Meldung und aktualisiertes Ranking ergänzt am 11.06.2026.
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